Wie geht es jetzt weiter?
Klar, dass diese Frage jetzt bei Ihnen aufkommt. Bei mir war es genauso. In diesem Kapitel werde ich Ihnen also alle meine Erfahrungen schildern und versuchen, mit nützlichen Tipps und "Eselsbrücken" Ihnen in Ihrem neuen Leben zu helfen.
Wenn Sie darüber hinaus noch weitere Fragen haben, scheuen Sie sich nicht mir eine E-Mail zu senden. Ich versuche, alles nach bestem Wissen zu beantworten. Ich bin allerdings kein Ernährungswissenschaftler. Ich habe alle diese Dinge nicht theoretisch studiert, sondern am eigenen Leib erfahren. Also kann ich auch nur darüber Auskuft geben. Das tue ich aber gerne.
Gehen wir also die wichtigen Punkte durch:
1. Ernährung
Wenn Sie die Seite Der Anfang gelesen haben, wissen Sie ja schon einiges über das Wiegen und solche Sachen wie Zucker. Übergewicht hat immer mit falscher Ernährung zu tun. Da kann man nichts beschönigen, oder verschweigen. Wer zuviel, oder falsch ißt, nimmt unweigerlich zu. Das Fatale an der Sache ist übrigens, dass das nicht sofort geschieht. Der ganze Prozess geht langsam voran. So merkt man zunächst nichts davon und das Aussehen des Körpers verändert sich auch nur sehr langsam. Gewichtsgrenzen nach oben kennt der menschliche Körper übrigens nicht. Es gibt Menschen, die wiegen 400 Kilo und mehr. Dies ist allerdings lebensgefährlich. Aber wir wollen ja bei den positiven Dingen bleiben. Essen ist lebensnotwendig, das ist uns Allen klar. Aber es ist nicht egal, was man isst. Jedes kleine Detail zählt. Aber es soll in Ihrem neuen Leben auch keine Zwänge geben. Sie haben sich ja vielleicht zu diesem Zeitpunkt ein kleines Ziel gesetzt. Der Weg dorthin wird Ihnen zeigen wie es geht. Sie sollen sich die Kilos nicht abhungern. Das wäre der falsche Weg. Denn dann würden Sie sich nur danach sehnen, mal wieder richtig zuschlagen zu dürfen. Es geht um eine komplette Nahrungsumstellung. Da Sie sich ja für ein neues Leben entschieden haben, sollten Sie dieser Tatschache positiv gegenüberstehen und sich vorstellen wie lecker das Essen sein kann.
Wichtig ist, den Körper mit guten Nahrungsmitteln zu versorgen. Zu guten Nahrungsmitteln zählen Vollkornprodukte, Obst und Gemüse. Niemand verlangt allerdings von Ihnen, dass Sie sich ab sofort ausschließlich Rohkostsalate reinwürgen. Das wäre auch falsch. Sie sollen das Essen ja auch genießen können. Wichtig ist außerdem, langsam zu essen und die Sachen länger zu kauen. Es ist immer mal wieder die Rede von 40 mal kauen pro Bissen. Okay, wenn Sie das schaffen sind sie gut. Daran arbeite ich zum Beispiel noch. Aber es schadet nichts sich insgesamt ein wenig mehr Zeit für das Essen zu nehmen. Wussten Sie zum Beispiel, das erst nach ca. 20 Minuten der Magen das Signal ans Gehirn gibt "Ich bin satt"! Egal wie viel sie reinstopfen. Wenn Sie also langsamer essen, erreichen Sie diese Signalisierung auch ohne zuviel gegessen zu haben. Sie sehen ein ganz einfaches Prinzip.
1.1. Die goldene Regel für Mahlzeiten
Um Ihren neuen Tagesablauf organisieren zu können, sollten Sie sich folgende einfache Regel merken:
"Frühstücke wie ein Kaiser, esse Mittag wie ein König und verzehre Abendbrot wie ein Bettler".
Dieser Spruch ist schon sehr alt, hat aber heute mehr denn je Bedeutung. Es ist zwar nicht erwiesen, dasss man zunimmt, wenn man Abends etwas isst, aber man kann sich leichter umstellen, wenn man einen festen Tagesablauf hat. Mein Tagesablauf richtet sich nach und sieht also so aus:
Morgens:
Ich nehme mir Zeit für das gemeinsame Frühstück mit meiner Frau. Wir stehen um 6:30 Uhr auf und frühstücken in der Regel von 7 Uhr bis 7:30 Uhr. Das ist das Minimum. Ich esse zum Frühstück immer mindestens vier Scheiben selbstgebackenes Vollkornbrot, das Kerstin (meine Frau) am Wochenende backt. Es darf auch gekauftes sein, wenn Sie sich das Brotbacken nicht zutrauen (obwohl es sehr einfach ist). Auf das Brot kommt meistens folgendes: Erdnußmus aus dem Reformhaus, vegetarischer Schmalz aus dem Reformhaus, Bauernschmaus (auch aus dem Reformhaus) und Frico Käse (alt, wegen des leckeren Geschmacks). Wir nehmen keine Butter oder Margarine. Ich streiche immer etwas Tomatenmark unter den Käse. Bevor ich jedoch mit dem Brot anfange, essen meine Frau und ich jeden Morgen je einen halben Apfel. Kennen Sie den Spruch: "An Apple a day keeps the doctor away"? Was soviel heißt wie: Ein Apfel am Tag und sie brauchen den Arzt nicht. Das ist echt lecker und obendrei auch noch gesund. Wissenschaftler glauben sogar, dass Äpfel vor Darmkrebs schützen können. (Am Menschen erwiesen ist das allerdings noch nicht.)
Mittags:
Ich bin berufstätig und habe deswegen keine Gelegenheit, mir zu Hause selber Essen zu kochen. Ich gehe in die Firmenkantine. Das ist nicht so schlimm, wie man vermuten könnte. In unserer Firma gibt es immer leckere Reisgerichte und Gemüseplatten. Die nehme ich, verbunden mit einer Flasche Wasser. Dazu gibt es fast immer Salate. Echt lecker und günstig. Übrigens ich vermeide es, in letzter Zeit immer mehr Fleisch zu essen.
Abends:
Abends esse ich in der letzten Zeit fast gar nichts mehr. Das war nicht immer so. Als ich mit dem Abnehmen begonnen habe, habe ich Abends eine oder zwei Scheiben Brot gegessen. Sie werden aber ganz schnell merken, dass Sie diese Scheiben gar nicht mehr brauchen. Es geht auch ohne. Wenn Sie trotzdem gerne vor dem Fernseher sitzen und irgendetwas knabbern, dann emfehle ich eine Popcornmaschine, die das Popcorn ohne Zugabe von Fett nur mit Heißluft zubereitet. Popcorn hat nur ca. 140 Kalorien pro 100g. (und 100g Popcorn sind ein riesiger Berg.) Manchmal esse ich auch eine kleine Dose Gemüsemais. Mit Balsamicoessig und einem Schuß Olivenöl schmeckt das einfach super. Wenn Abends etwas essen wollen, dann vermeiden Sie tunlichst fetthaltige Sachen. Auf meiner Fettliste können Sie sehen, wieviel Fett einige Produkte enthalten. Ich persönlich habe mir eine kleine Grundregel für den Abend aufgestellt, egal was passiert: Nach 19 Uhr esse ich nichts mehr. Dann hat der Körper noch genug Zeit, das Wenige was ich gegessen haben zu verdauen.
1.2. Trinken
Wo wir gerade bei den Mahlzeiten sind: Mindestens genauso wichtig wie gutes und richtiges Essen ist das Trinken. Ich habe mich tatsächlich daran gewöhnt, hauptsächlich nur noch Wasser zu trinken. Es löscht den Durst, es schmeckt und es hat keine Kalorien und kann deswegen in fast beliebiger Menge getrunken werden. Zum Frühstück allerdings genehmige ich mir einen Fruchtsaftcocktail namens Cellagon Aurum. Dieser enthält allerdings Süßstoff und deswegen werden wir ihn in Zukunft nicht mehr trinken. Mittags trinke ich manchmal nach dem Essen mit den Kollegen einen Latte Maciato (natürlich ohne Zucker). Abends gibt es ab und zu Tees. Cola und andere Zuckerhaltige Getränke trinke ich gar nicht mehr.
1.3. Süßigkeiten
Süßigkeiten in Form von Schokolade, Gummibärchen, Kuchen usw. sind ab sofort Tabu für Sie. Ich weiß, dass die Versuchungen gerade auf der Arbeit sehr groß sind. Dauernd hat irgendwer Geburtstag und stellt Kuchen hin, immer liegen irgendwo Weingummis rum. Das alles ist Gift. Stellen Sie es sich ruhig so vor. Das hilft über die ersten Tage hinweg. Danach werden Sie diese Dinge kaum mehr wahrnehmen. Die Kollegen bieten Ihnen sicher immer mal wieder was an: "Hier nimm doch ein Stück Torte. Eines kann doch nicht schaden". Technisch betrachtet kann ein Stück Torte vielleicht wirklich nicht schaden. Die Kalorien bauen Sie dann halt beim Sport wieder ab, aber es geht ja um die Einstellung zu solchen Dingen. Wenn Sie einmal "Ja" zu einem Stück Torte sagen, dann sagen Sie das nächste Mal auch "Ja" und das übernächste Mal auch usw. Diesen Teufelskreis müssen Sie konsequent durchbrechen. Nehmen Sie wirklich den Vergleich mit Gift an. Denn letzendlich ist es nichts anderes, auch wenn es seine fatale Wirkung nicht sofort entfaltet. Sie werden übrigens auch bei den Kollegen einen Wandel bemerken. Irgendwann wird man ihnen keinen Kuchen mehr anbieten, sondern Sie stattdessen bewundernd anschauen und fragen: "Meine Güte, siehst Du schlank aus, wie machst Du das?" Dieser Zeitpunkt ist gar nicht so weit entfernt. Und schon dienen Sie als Vorbild für alle Anderen.
1.4. Fett
Der Menschliche Körper braucht gewisse Fette für die Verdauung und um überhaupt zu funktionieren. Aber es liegt ja auf der Hand, dass Fett für Menschen mit Übergewicht nicht gut ist. Schließlich haben Sie selber genug davon. Sie sollten also versuchen, auf Fette weitestgehend zu verzichten. Fett ist ein natürlicher Geschmacksverstärker. Mit Fett in Form von Sahne oder Butter beispielsweise schmecken Pfannengerichte subjektiv betrachtet einfach besser. Aber es geht auch ohne. Und wenn es schon ein wenig Fett sein soll, dann bitte solche Dinge wie Oliven- oder Sojaöl. Diese Öle haben so gut wie kein Cholesterin. Vielleicht haben Sie ja schon einmal davon gehört oder gelesen, dass Cholesterin mit dafür verantwortlich ist, dass Adern im Körper verengt oder teilweise ganz verschlossen werden. Durch diese Eigenschaft des Cholesterins kann es zu Herzinfarkten und Schlaganfällen kommen. Beides sind nämlich Krankheiten, die mit mangelnder Blutversorgung zu tun haben. Wussten Sie, dass jährlich in Deutschland ca. 274.000 Menschen einen Herzinfarkt erleiden und davon ca. 174.000 Menschen sterben und ca. 200.000 Menschen pro Jahr erleiden einen Schlaganfall. Nicht alle natürlich wegen falscher Ernährung, aber bei vielen spielt Fett und Cholesterin eine Rolle. Fett ist in vielen Lebensmitteln enthalten. Wenn Sie sich ein wenig orientieren, werden Sie ganz schnell und einfach auch Lebensmittel mit wenig oder gar keinen Fetten finden. Je weniger Fett Sie essen, desto mehr nutzt der Körper die eigenen Reserven und schwubbs sind die Fettpolster verschwunden. Hier finden Sie eine kleine Aufstellung in welchen Lebensmittel wieviel Fett enthalten ist. Ausführliche und umfassende Listen gibt es im Buchhandel. Es gibt eine kleine Fausregel, nach der auch ich mich richte. Pro Kilogramm Körpergewicht darf man 1 Gramm Fett pro Tag zu sich nehmen. Als Ausgangsgewicht sollte da natürlich nicht das aktuelle Gewicht dienen, sondern das Normalgewicht. Also für mich bedeutet das folgendes: Mein Normalgewicht ist 108 Kilogramm. (Körpergröße in cm minus 100). Nach der Fausregel darf ich also 108 Gramm Fett pro Tag zu mir nehmen. Das ist doch eine ganze Menge, werden Sie jetzt sicher sagen, aber so viel ist das nicht. Schauen sie mal hier auf die Liste der Lebensmittel und ihren Fettgehalt, dann werden Sie staunen, wie schnell der Wert erreicht ist. Ich sitze allerdings nicht bei jeder Mahlzeit mit einer kleinen Waage und einem Taschenrechner, um die Fettmenge zu ermitteln. Es reicht mir, dass ich ungefähr weiß, wieviel Fett ich zu mir genommen habe. Man bekommt ein Gefühl dafür, das werden auch Sie merken.
1.5. Noch einmal zum Thema Zucker
Zucker ist ein Gift. Das wissen Sie ja bereits. Dieses Gift lauert überall und Sie müssen einfach aufpassen, nicht immer wieder mit ihm in Berührung zu kommen. Zucker ist ausßerdem relativ Wertlos für die Ernährung und raubt dem Körper sogar lebenswichtige Vitamine, die nämlich für seine Verarbeitung verbraucht werden. Ich höre immer wieder von Menschen, die sagen: "Also ohne Zucker trinke ich meinen Kaffee nicht!" oder "Ich brauche meinen Schlickerkram!". Ich kann verstehen, dass es Ihnen schwerfällt sich von diesen Dingen zu lösen, aber Sie müssen gar nicht auf Süßes verzichten. Niemand verlangt von Ihnen in Zukunft eine asketische Lebensweise. Sie sind (sicherlich) kein Mönch. Natürlich sollen Sie Spaß am Leben haben und auch an Ihrem Essen. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, mehr Obst zu essen? Bananen beispielsweise schmecken super lecker und sind auch sehr süß. Oder probieren Sie mal Blaubeeren. Im Sommer ist Blaubeerenzeit. Da bekommen Sie 500 Gramm für 1-2 Euro. Davon können Sie soviele essen, wie Sie wollen. Ananas ist ebenso lecker und dank der Globalisierung bekommen Sie in Ananas ganzjahrig im Supermarkt.
1.6. Der Irrglaube "Lightprodukte"
Lightprodukte sollen Ihnen einen Genuß ohne Reue suggerieren. Was wäre es schön, wenn man beliebig viel Cola trinken könnte, ohne auf die Folgen achten zu müssen. Es gibt sogar Eiscreme ohne Fett und Zuckezusatz. Alle diese Produkte erwecken den Eindruck ihr Genuß bliebe ohne Folgen. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Cola-Light enthält statt Zucker beispielsweise den Süßstoff Natriumcyclamat. Dieser hat in der Tat weniger Kalorien als Zucker. Gleichzeitig besitzt er aber die Eigenschaft, wesentlich süßer zu sein. Sie können Das selber ausprobieren. Lutschen Sie mal eine Süßstofftablette. Sie ist winzig klein und trotzdem so extrem süß, dass es fast weh tut. Süßstoff gaukelt also dem Körper vor es würden große Mengen an Zucker zugeführt. Die gesamte Verdauung stellt sich darauf ein die angekündigte Menge an Kohlehydraten zu verarbeiten. Leider kommen dann die versprochenen Kalorien nicht an, weil der Süßstoff ja kaum welche hat. So reagiert der Körper auf dieses Mißverhältnis mit einem Appetitgefühl. Das heißt Süßstoffe sind nichts anderes als Appetitanreger. Wer Appetit hat, wird auch in der Regel Nahrung zu sich nehmen. Genauer gesagt ist das eine unbewusste und nicht beeiflussbare Handlung. Da dieser Appetit aber nicht aus wirklichem Hunger enstanden ist, sondern sozusagen künstlich erzeugt wurde, sind die zugeführten Kalorien eigentlich überflüssig und werden in Fettdepots eingelagert. Damit haben Sie also genau das Gegenteil von dem erreicht, was die ach so tollen Lightprodukte versprochen haben. Lassen Sie sie deshalb einfach weg. Wußten Sie übrigens, dass Süßstoff eben wegen der oben erwähnten Eigenschaften ein beliebtes Mastfuttermittel in der Schweinemast ist? Denken Sie mal darüber nach, was Sie ihrem Körper da antun, wenn Sie diesen Mist zu sich nehmen.
1.7. Ausnahmen
Ich habe es Oben ja schon mal gesagt. Sie sind kein Mönch und sie leben (vermutlich) auch nicht in einem einsamen Kloster in Tibet. Sie leben im Hier und Jetzt. Sie sind ein Teil der Gesellschaft. Sie haben Gelüste, Sie haben Sorgen, Freunde, Bekannte usw. usf. Sie werden zum Essen eingeladen. Der Chef gibt eine Party und will Sie dabei haben. Sie fahren in den Urlaub ins fünf Sterne Hotel auf Kreta. Alles das sind Dinge, die passieren können und auch sollen. Sie leben und haben Spaß am Leben. Das soll sich auf keinen Fall ändern. Im Gegenteil, wenn Sie bisher nicht so viel Spaß am Leben hatten, werden Sie neue Menschen kennen lernen. Sie werden attraktiver sein, man wird mit Ihnen reden, Sie einladen, Sie einfach dabei haben wollen. Das sind keine Hirngespinste. Das funktioniert in unserer Gesellschaft nun mal tatsächlich so. Was wäre das für ein Leben, wenn Sie nicht mit Ihrem besten Freund oder den besten Freundin essen gehen könnten? Na klar, das geht natürlich also tun Sie das. Gehen Sie essen. Sie werden merken, dass Sie die Speisekarte mit anderen Augen lesen werden. Sie sehen auf einmal Dinge, die Sie vorher nicht gesehen haben oder nicht sehen wollten. Die Schinkenpizza wird mit Formfleisch belegt. In der Suppe sind Konservierungsstoffe und das Brot, das Sie netter Weise dazu bekommen ist immer aus weißem Mehl gebacken. Sie werden Ihr Essen nach ganz anderen Gesichtspunkten zusammenstellen. Ging es in Ihrem alten Leben vielleicht darum, möglichst viel zu essen. Ist es jetzt an der Zeit, möglichst lecker und gesund zu speisen. Vielleicht wählen Sie aufgrund dieser Erfahrung ein ganz anderes Restaurant als ihr neues Lieblingslokal aus. Wie für alle Ausnahmen, gilt es aber auch hier. Es sollte eine Ausnahme bleiben. Ich bin früher so oft ins Restaurant gegangen, dass das quasi schon ein alltäglicher Vorgang war. An manchen Tagen sind mein Freund Jörg und ich sogar zweimal Essen gewesen. Das war dann ein Ritual und hatte nichts mehr mit Vorfreude und Genuß zu tun. Wir haben uns dann sogar nur noch Restaurants herausgesucht, die ihre Speisen in Buffetform zum Festpreis anbieten. Da konnten wir dann noch mehr essen. Jetzt wo ich diese Zeilen schreibe kommt mir das alles ziemlich absurd vor und so wird es Ihnen auch gehen. Sie werden feststellen, dass es viel mehr Spaß macht, nur ein oder zwei Mal pro Jahr Essen zu gehen und sich darauf richtig zu freuen. Da wird dann auch Ihr Körper kein Problem mit der ungewohnten Mahlzeit haben. Als wir kürzlich im Pauschalurlaub auf Korfu (Griechenland) waren, wurde meine neue Lebensweise einer strengen Prüfung unterzogen. Bekanntlich gibt es in den Touristenhotels die leckersten Frühstücks- und Abendbuffets. Dort kann man schon morgens gegrillte Würstchen mit Speck essen. Früher bin ich regelmäßig diesen Versuchungen erlegen. Doch dieses mal haben meine Frau und ich die ebenso leckeren "Nebensächlichkeiten" des Buffets endeckt. Dinge an denen ich früher auf dem Weg zum Speck achtlos vorbei gegangen bin. Dort gibt es immer leckere Salate und viel frisches Obst. So haben wir uns den ganzen Urlaub lang von Obst, Feta-Käse und leckeren Gemüsesalaten ernährt. Ich habe es doch tatsächlich geschafft, im Urlaub zwei Kilo abzunehmen. Sie schaffen das auch, da bin ich sicher.
Alle Texte, Fotos (mit einer Ausnahme), Videos (c) Michael Reimann, Nachdruck auch in Auszügen nur mit Genehmigung des Autors. Logos und Marken gehören ihren jeweiligen Eigentümern.
Klar, dass diese Frage jetzt bei Ihnen aufkommt. Bei mir war es genauso. In diesem Kapitel werde ich Ihnen also alle meine Erfahrungen schildern und versuchen, mit nützlichen Tipps und "Eselsbrücken" Ihnen in Ihrem neuen Leben zu helfen.
Wenn Sie darüber hinaus noch weitere Fragen haben, scheuen Sie sich nicht mir eine E-Mail zu senden. Ich versuche, alles nach bestem Wissen zu beantworten. Ich bin allerdings kein Ernährungswissenschaftler. Ich habe alle diese Dinge nicht theoretisch studiert, sondern am eigenen Leib erfahren. Also kann ich auch nur darüber Auskuft geben. Das tue ich aber gerne.
Gehen wir also die wichtigen Punkte durch:
1. Ernährung
Wenn Sie die Seite Der Anfang gelesen haben, wissen Sie ja schon einiges über das Wiegen und solche Sachen wie Zucker. Übergewicht hat immer mit falscher Ernährung zu tun. Da kann man nichts beschönigen, oder verschweigen. Wer zuviel, oder falsch ißt, nimmt unweigerlich zu. Das Fatale an der Sache ist übrigens, dass das nicht sofort geschieht. Der ganze Prozess geht langsam voran. So merkt man zunächst nichts davon und das Aussehen des Körpers verändert sich auch nur sehr langsam. Gewichtsgrenzen nach oben kennt der menschliche Körper übrigens nicht. Es gibt Menschen, die wiegen 400 Kilo und mehr. Dies ist allerdings lebensgefährlich. Aber wir wollen ja bei den positiven Dingen bleiben. Essen ist lebensnotwendig, das ist uns Allen klar. Aber es ist nicht egal, was man isst. Jedes kleine Detail zählt. Aber es soll in Ihrem neuen Leben auch keine Zwänge geben. Sie haben sich ja vielleicht zu diesem Zeitpunkt ein kleines Ziel gesetzt. Der Weg dorthin wird Ihnen zeigen wie es geht. Sie sollen sich die Kilos nicht abhungern. Das wäre der falsche Weg. Denn dann würden Sie sich nur danach sehnen, mal wieder richtig zuschlagen zu dürfen. Es geht um eine komplette Nahrungsumstellung. Da Sie sich ja für ein neues Leben entschieden haben, sollten Sie dieser Tatschache positiv gegenüberstehen und sich vorstellen wie lecker das Essen sein kann.
Wichtig ist, den Körper mit guten Nahrungsmitteln zu versorgen. Zu guten Nahrungsmitteln zählen Vollkornprodukte, Obst und Gemüse. Niemand verlangt allerdings von Ihnen, dass Sie sich ab sofort ausschließlich Rohkostsalate reinwürgen. Das wäre auch falsch. Sie sollen das Essen ja auch genießen können. Wichtig ist außerdem, langsam zu essen und die Sachen länger zu kauen. Es ist immer mal wieder die Rede von 40 mal kauen pro Bissen. Okay, wenn Sie das schaffen sind sie gut. Daran arbeite ich zum Beispiel noch. Aber es schadet nichts sich insgesamt ein wenig mehr Zeit für das Essen zu nehmen. Wussten Sie zum Beispiel, das erst nach ca. 20 Minuten der Magen das Signal ans Gehirn gibt "Ich bin satt"! Egal wie viel sie reinstopfen. Wenn Sie also langsamer essen, erreichen Sie diese Signalisierung auch ohne zuviel gegessen zu haben. Sie sehen ein ganz einfaches Prinzip.
1.1. Die goldene Regel für Mahlzeiten
Um Ihren neuen Tagesablauf organisieren zu können, sollten Sie sich folgende einfache Regel merken:
"Frühstücke wie ein Kaiser, esse Mittag wie ein König und verzehre Abendbrot wie ein Bettler".
Dieser Spruch ist schon sehr alt, hat aber heute mehr denn je Bedeutung. Es ist zwar nicht erwiesen, dasss man zunimmt, wenn man Abends etwas isst, aber man kann sich leichter umstellen, wenn man einen festen Tagesablauf hat. Mein Tagesablauf richtet sich nach und sieht also so aus:
Morgens:
Ich nehme mir Zeit für das gemeinsame Frühstück mit meiner Frau. Wir stehen um 6:30 Uhr auf und frühstücken in der Regel von 7 Uhr bis 7:30 Uhr. Das ist das Minimum. Ich esse zum Frühstück immer mindestens vier Scheiben selbstgebackenes Vollkornbrot, das Kerstin (meine Frau) am Wochenende backt. Es darf auch gekauftes sein, wenn Sie sich das Brotbacken nicht zutrauen (obwohl es sehr einfach ist). Auf das Brot kommt meistens folgendes: Erdnußmus aus dem Reformhaus, vegetarischer Schmalz aus dem Reformhaus, Bauernschmaus (auch aus dem Reformhaus) und Frico Käse (alt, wegen des leckeren Geschmacks). Wir nehmen keine Butter oder Margarine. Ich streiche immer etwas Tomatenmark unter den Käse. Bevor ich jedoch mit dem Brot anfange, essen meine Frau und ich jeden Morgen je einen halben Apfel. Kennen Sie den Spruch: "An Apple a day keeps the doctor away"? Was soviel heißt wie: Ein Apfel am Tag und sie brauchen den Arzt nicht. Das ist echt lecker und obendrei auch noch gesund. Wissenschaftler glauben sogar, dass Äpfel vor Darmkrebs schützen können. (Am Menschen erwiesen ist das allerdings noch nicht.)
Mittags:
Ich bin berufstätig und habe deswegen keine Gelegenheit, mir zu Hause selber Essen zu kochen. Ich gehe in die Firmenkantine. Das ist nicht so schlimm, wie man vermuten könnte. In unserer Firma gibt es immer leckere Reisgerichte und Gemüseplatten. Die nehme ich, verbunden mit einer Flasche Wasser. Dazu gibt es fast immer Salate. Echt lecker und günstig. Übrigens ich vermeide es, in letzter Zeit immer mehr Fleisch zu essen.
Abends:
Abends esse ich in der letzten Zeit fast gar nichts mehr. Das war nicht immer so. Als ich mit dem Abnehmen begonnen habe, habe ich Abends eine oder zwei Scheiben Brot gegessen. Sie werden aber ganz schnell merken, dass Sie diese Scheiben gar nicht mehr brauchen. Es geht auch ohne. Wenn Sie trotzdem gerne vor dem Fernseher sitzen und irgendetwas knabbern, dann emfehle ich eine Popcornmaschine, die das Popcorn ohne Zugabe von Fett nur mit Heißluft zubereitet. Popcorn hat nur ca. 140 Kalorien pro 100g. (und 100g Popcorn sind ein riesiger Berg.) Manchmal esse ich auch eine kleine Dose Gemüsemais. Mit Balsamicoessig und einem Schuß Olivenöl schmeckt das einfach super. Wenn Abends etwas essen wollen, dann vermeiden Sie tunlichst fetthaltige Sachen. Auf meiner Fettliste können Sie sehen, wieviel Fett einige Produkte enthalten. Ich persönlich habe mir eine kleine Grundregel für den Abend aufgestellt, egal was passiert: Nach 19 Uhr esse ich nichts mehr. Dann hat der Körper noch genug Zeit, das Wenige was ich gegessen haben zu verdauen.
1.2. Trinken
Wo wir gerade bei den Mahlzeiten sind: Mindestens genauso wichtig wie gutes und richtiges Essen ist das Trinken. Ich habe mich tatsächlich daran gewöhnt, hauptsächlich nur noch Wasser zu trinken. Es löscht den Durst, es schmeckt und es hat keine Kalorien und kann deswegen in fast beliebiger Menge getrunken werden. Zum Frühstück allerdings genehmige ich mir einen Fruchtsaftcocktail namens Cellagon Aurum. Dieser enthält allerdings Süßstoff und deswegen werden wir ihn in Zukunft nicht mehr trinken. Mittags trinke ich manchmal nach dem Essen mit den Kollegen einen Latte Maciato (natürlich ohne Zucker). Abends gibt es ab und zu Tees. Cola und andere Zuckerhaltige Getränke trinke ich gar nicht mehr.
1.3. Süßigkeiten
Süßigkeiten in Form von Schokolade, Gummibärchen, Kuchen usw. sind ab sofort Tabu für Sie. Ich weiß, dass die Versuchungen gerade auf der Arbeit sehr groß sind. Dauernd hat irgendwer Geburtstag und stellt Kuchen hin, immer liegen irgendwo Weingummis rum. Das alles ist Gift. Stellen Sie es sich ruhig so vor. Das hilft über die ersten Tage hinweg. Danach werden Sie diese Dinge kaum mehr wahrnehmen. Die Kollegen bieten Ihnen sicher immer mal wieder was an: "Hier nimm doch ein Stück Torte. Eines kann doch nicht schaden". Technisch betrachtet kann ein Stück Torte vielleicht wirklich nicht schaden. Die Kalorien bauen Sie dann halt beim Sport wieder ab, aber es geht ja um die Einstellung zu solchen Dingen. Wenn Sie einmal "Ja" zu einem Stück Torte sagen, dann sagen Sie das nächste Mal auch "Ja" und das übernächste Mal auch usw. Diesen Teufelskreis müssen Sie konsequent durchbrechen. Nehmen Sie wirklich den Vergleich mit Gift an. Denn letzendlich ist es nichts anderes, auch wenn es seine fatale Wirkung nicht sofort entfaltet. Sie werden übrigens auch bei den Kollegen einen Wandel bemerken. Irgendwann wird man ihnen keinen Kuchen mehr anbieten, sondern Sie stattdessen bewundernd anschauen und fragen: "Meine Güte, siehst Du schlank aus, wie machst Du das?" Dieser Zeitpunkt ist gar nicht so weit entfernt. Und schon dienen Sie als Vorbild für alle Anderen.
1.4. Fett
Der Menschliche Körper braucht gewisse Fette für die Verdauung und um überhaupt zu funktionieren. Aber es liegt ja auf der Hand, dass Fett für Menschen mit Übergewicht nicht gut ist. Schließlich haben Sie selber genug davon. Sie sollten also versuchen, auf Fette weitestgehend zu verzichten. Fett ist ein natürlicher Geschmacksverstärker. Mit Fett in Form von Sahne oder Butter beispielsweise schmecken Pfannengerichte subjektiv betrachtet einfach besser. Aber es geht auch ohne. Und wenn es schon ein wenig Fett sein soll, dann bitte solche Dinge wie Oliven- oder Sojaöl. Diese Öle haben so gut wie kein Cholesterin. Vielleicht haben Sie ja schon einmal davon gehört oder gelesen, dass Cholesterin mit dafür verantwortlich ist, dass Adern im Körper verengt oder teilweise ganz verschlossen werden. Durch diese Eigenschaft des Cholesterins kann es zu Herzinfarkten und Schlaganfällen kommen. Beides sind nämlich Krankheiten, die mit mangelnder Blutversorgung zu tun haben. Wussten Sie, dass jährlich in Deutschland ca. 274.000 Menschen einen Herzinfarkt erleiden und davon ca. 174.000 Menschen sterben und ca. 200.000 Menschen pro Jahr erleiden einen Schlaganfall. Nicht alle natürlich wegen falscher Ernährung, aber bei vielen spielt Fett und Cholesterin eine Rolle. Fett ist in vielen Lebensmitteln enthalten. Wenn Sie sich ein wenig orientieren, werden Sie ganz schnell und einfach auch Lebensmittel mit wenig oder gar keinen Fetten finden. Je weniger Fett Sie essen, desto mehr nutzt der Körper die eigenen Reserven und schwubbs sind die Fettpolster verschwunden. Hier finden Sie eine kleine Aufstellung in welchen Lebensmittel wieviel Fett enthalten ist. Ausführliche und umfassende Listen gibt es im Buchhandel. Es gibt eine kleine Fausregel, nach der auch ich mich richte. Pro Kilogramm Körpergewicht darf man 1 Gramm Fett pro Tag zu sich nehmen. Als Ausgangsgewicht sollte da natürlich nicht das aktuelle Gewicht dienen, sondern das Normalgewicht. Also für mich bedeutet das folgendes: Mein Normalgewicht ist 108 Kilogramm. (Körpergröße in cm minus 100). Nach der Fausregel darf ich also 108 Gramm Fett pro Tag zu mir nehmen. Das ist doch eine ganze Menge, werden Sie jetzt sicher sagen, aber so viel ist das nicht. Schauen sie mal hier auf die Liste der Lebensmittel und ihren Fettgehalt, dann werden Sie staunen, wie schnell der Wert erreicht ist. Ich sitze allerdings nicht bei jeder Mahlzeit mit einer kleinen Waage und einem Taschenrechner, um die Fettmenge zu ermitteln. Es reicht mir, dass ich ungefähr weiß, wieviel Fett ich zu mir genommen habe. Man bekommt ein Gefühl dafür, das werden auch Sie merken.
1.5. Noch einmal zum Thema Zucker
Zucker ist ein Gift. Das wissen Sie ja bereits. Dieses Gift lauert überall und Sie müssen einfach aufpassen, nicht immer wieder mit ihm in Berührung zu kommen. Zucker ist ausßerdem relativ Wertlos für die Ernährung und raubt dem Körper sogar lebenswichtige Vitamine, die nämlich für seine Verarbeitung verbraucht werden. Ich höre immer wieder von Menschen, die sagen: "Also ohne Zucker trinke ich meinen Kaffee nicht!" oder "Ich brauche meinen Schlickerkram!". Ich kann verstehen, dass es Ihnen schwerfällt sich von diesen Dingen zu lösen, aber Sie müssen gar nicht auf Süßes verzichten. Niemand verlangt von Ihnen in Zukunft eine asketische Lebensweise. Sie sind (sicherlich) kein Mönch. Natürlich sollen Sie Spaß am Leben haben und auch an Ihrem Essen. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, mehr Obst zu essen? Bananen beispielsweise schmecken super lecker und sind auch sehr süß. Oder probieren Sie mal Blaubeeren. Im Sommer ist Blaubeerenzeit. Da bekommen Sie 500 Gramm für 1-2 Euro. Davon können Sie soviele essen, wie Sie wollen. Ananas ist ebenso lecker und dank der Globalisierung bekommen Sie in Ananas ganzjahrig im Supermarkt.
1.6. Der Irrglaube "Lightprodukte"
Lightprodukte sollen Ihnen einen Genuß ohne Reue suggerieren. Was wäre es schön, wenn man beliebig viel Cola trinken könnte, ohne auf die Folgen achten zu müssen. Es gibt sogar Eiscreme ohne Fett und Zuckezusatz. Alle diese Produkte erwecken den Eindruck ihr Genuß bliebe ohne Folgen. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Cola-Light enthält statt Zucker beispielsweise den Süßstoff Natriumcyclamat. Dieser hat in der Tat weniger Kalorien als Zucker. Gleichzeitig besitzt er aber die Eigenschaft, wesentlich süßer zu sein. Sie können Das selber ausprobieren. Lutschen Sie mal eine Süßstofftablette. Sie ist winzig klein und trotzdem so extrem süß, dass es fast weh tut. Süßstoff gaukelt also dem Körper vor es würden große Mengen an Zucker zugeführt. Die gesamte Verdauung stellt sich darauf ein die angekündigte Menge an Kohlehydraten zu verarbeiten. Leider kommen dann die versprochenen Kalorien nicht an, weil der Süßstoff ja kaum welche hat. So reagiert der Körper auf dieses Mißverhältnis mit einem Appetitgefühl. Das heißt Süßstoffe sind nichts anderes als Appetitanreger. Wer Appetit hat, wird auch in der Regel Nahrung zu sich nehmen. Genauer gesagt ist das eine unbewusste und nicht beeiflussbare Handlung. Da dieser Appetit aber nicht aus wirklichem Hunger enstanden ist, sondern sozusagen künstlich erzeugt wurde, sind die zugeführten Kalorien eigentlich überflüssig und werden in Fettdepots eingelagert. Damit haben Sie also genau das Gegenteil von dem erreicht, was die ach so tollen Lightprodukte versprochen haben. Lassen Sie sie deshalb einfach weg. Wußten Sie übrigens, dass Süßstoff eben wegen der oben erwähnten Eigenschaften ein beliebtes Mastfuttermittel in der Schweinemast ist? Denken Sie mal darüber nach, was Sie ihrem Körper da antun, wenn Sie diesen Mist zu sich nehmen.
1.7. Ausnahmen
Ich habe es Oben ja schon mal gesagt. Sie sind kein Mönch und sie leben (vermutlich) auch nicht in einem einsamen Kloster in Tibet. Sie leben im Hier und Jetzt. Sie sind ein Teil der Gesellschaft. Sie haben Gelüste, Sie haben Sorgen, Freunde, Bekannte usw. usf. Sie werden zum Essen eingeladen. Der Chef gibt eine Party und will Sie dabei haben. Sie fahren in den Urlaub ins fünf Sterne Hotel auf Kreta. Alles das sind Dinge, die passieren können und auch sollen. Sie leben und haben Spaß am Leben. Das soll sich auf keinen Fall ändern. Im Gegenteil, wenn Sie bisher nicht so viel Spaß am Leben hatten, werden Sie neue Menschen kennen lernen. Sie werden attraktiver sein, man wird mit Ihnen reden, Sie einladen, Sie einfach dabei haben wollen. Das sind keine Hirngespinste. Das funktioniert in unserer Gesellschaft nun mal tatsächlich so. Was wäre das für ein Leben, wenn Sie nicht mit Ihrem besten Freund oder den besten Freundin essen gehen könnten? Na klar, das geht natürlich also tun Sie das. Gehen Sie essen. Sie werden merken, dass Sie die Speisekarte mit anderen Augen lesen werden. Sie sehen auf einmal Dinge, die Sie vorher nicht gesehen haben oder nicht sehen wollten. Die Schinkenpizza wird mit Formfleisch belegt. In der Suppe sind Konservierungsstoffe und das Brot, das Sie netter Weise dazu bekommen ist immer aus weißem Mehl gebacken. Sie werden Ihr Essen nach ganz anderen Gesichtspunkten zusammenstellen. Ging es in Ihrem alten Leben vielleicht darum, möglichst viel zu essen. Ist es jetzt an der Zeit, möglichst lecker und gesund zu speisen. Vielleicht wählen Sie aufgrund dieser Erfahrung ein ganz anderes Restaurant als ihr neues Lieblingslokal aus. Wie für alle Ausnahmen, gilt es aber auch hier. Es sollte eine Ausnahme bleiben. Ich bin früher so oft ins Restaurant gegangen, dass das quasi schon ein alltäglicher Vorgang war. An manchen Tagen sind mein Freund Jörg und ich sogar zweimal Essen gewesen. Das war dann ein Ritual und hatte nichts mehr mit Vorfreude und Genuß zu tun. Wir haben uns dann sogar nur noch Restaurants herausgesucht, die ihre Speisen in Buffetform zum Festpreis anbieten. Da konnten wir dann noch mehr essen. Jetzt wo ich diese Zeilen schreibe kommt mir das alles ziemlich absurd vor und so wird es Ihnen auch gehen. Sie werden feststellen, dass es viel mehr Spaß macht, nur ein oder zwei Mal pro Jahr Essen zu gehen und sich darauf richtig zu freuen. Da wird dann auch Ihr Körper kein Problem mit der ungewohnten Mahlzeit haben. Als wir kürzlich im Pauschalurlaub auf Korfu (Griechenland) waren, wurde meine neue Lebensweise einer strengen Prüfung unterzogen. Bekanntlich gibt es in den Touristenhotels die leckersten Frühstücks- und Abendbuffets. Dort kann man schon morgens gegrillte Würstchen mit Speck essen. Früher bin ich regelmäßig diesen Versuchungen erlegen. Doch dieses mal haben meine Frau und ich die ebenso leckeren "Nebensächlichkeiten" des Buffets endeckt. Dinge an denen ich früher auf dem Weg zum Speck achtlos vorbei gegangen bin. Dort gibt es immer leckere Salate und viel frisches Obst. So haben wir uns den ganzen Urlaub lang von Obst, Feta-Käse und leckeren Gemüsesalaten ernährt. Ich habe es doch tatsächlich geschafft, im Urlaub zwei Kilo abzunehmen. Sie schaffen das auch, da bin ich sicher.
Alle Texte, Fotos (mit einer Ausnahme), Videos (c) Michael Reimann, Nachdruck auch in Auszügen nur mit Genehmigung des Autors. Logos und Marken gehören ihren jeweiligen Eigentümern.